‚Gespräch in Bewegung‘ – Spaziergänge und Naturaufenthalte

2 Feb

In den Freundeskreisen der einzelnen Stadtteile Jenas finden immer verschiedene Ausflüge und Wanderungen statt – seit dem Frühjahr jetzt auch vom WELTRAUM. Es geht raus in die Natur, mit Einheimischen und Geflüchteten, fremdsprachigen Fach- und Führungskräften und allen Menschen, die mitkommen wollen. Was passiert da? Gehen, reden, essen, trinken, reden, schauen, schweigen, nachdenken, und wieder reden. Bewegen und Ausschau und inne halten, alles zusammen.

Termine: 22.05., 04.06., 19.06., 09.07.

Start je 14 Uhr am WeltRaum (ehemaliger Eine WeltLaden, unterm Markt, Ecke Unterlauengasse)

Unterstützer? Auf jeden Fall! Seht dazu unten am Seitenende die Bilder.

Ein Gespräch in Bewegung und im Naturraum unterscheidet sich zu der sitzenden oder stehenden Gesprächsführung in geschlossenen künstlichen Räumen. Beim ersteren führen die unwillkürlich und als ästhetisch wahrgenommenen Ablenkungen des Naturraumes zu anderen Gesprächsverläufen, einer veränderten Neuaufnahme von Perspektiven, einem ausgedehnteren, entzerrteren und ausgeglicheneren Durchdenken der gehörten Gesprächsinhalte und der artgerechten Beanspruchung der Physis und Psyche.

Jedes Gespräch im Naturraum wird andauernd durch emotional angenehm empfundene äußere Umstände unterbrochen und aufgelockert. Pro Minute nimmt jeder Teilnehmer Dutzende, manchmal nur augenblickshafte, angenehm wirkende Naturphänomene wahr, und dieses positive emotionale Stadium der Teilnehmer wird durchgehend auf einem höheren Level gehalten. Das Wechselspiel aus Ablenkung und Heranführung an das Gesprächsthema und die anderen Personen, die willkürlichen und unwillkürlichen kommuniktiven Pausen führen zu erhöhtem Assoziationsvermögen und Verarbeitungszeiträumen. Durch die zeitliche Streckung der Fokussierung auf die Gesprächsinhalte wird die Kommunikation gewaltärmer und entspannt. Verstärkt wird dies zusätzlich durch die Gehbewegung. Pausen im Gesprächsfaden und physische Abstände in der Körperhaltung zwischen Redenden entstehen zufällig und können nach Belieben angepasst werden. Wie oben erwähnt sind die physischen und psychischen Prozesse des im Naturraum Gehenden positiv aufeinander abgestimmt, Kreislauf und körpereigene Systeme arbeiten in passenden artgerechten Rhythmen. Die mittels projektiver Identifizierung aufgebauten Spiegelungen des Gefühls in der Außenwelt erfahren durch die unwillkürliche Entspannung in Fokus und Kraftaufwand eine angenehm empfundene Dämpfung und forcieren den Effekt des oft so genannten Fundes eines inneren Friedens.

Es entsteht eine höhere Empathiefähigkeit: durch den Wechsel von Enge und Ausblick, Licht und Schatten, Erschöpfung und Erholung. Eigene emotionale Anspannungen durch biographische Erlebnisse und Gesprächsinhalte werden durch die erwähnte Entzerrung der Fokussierung, das ästhetische Gefühl, die Dämpfung emotionaler Spitzen und die körperliche Bewegung besser ausgehalten, aufgefangen und abgebaut.

So wird deutlich, dass der Mensch über Metaphern des Bewegens deshalb so gut beschrieben werden, weil er ein Bewegter ist, ein ‘homo viator’: ein ständig bewegter, fast ständig unterwegs Seiender, ein Eigen- und Fremdbewegter, ein Zielgebundener.

Kontakt über: ‚Welt-Raum‘ Jena ( vorerst noch info@welcome-in-jena.de )
Partner Heimatbund.1 Logos Partner.2

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