Es geht weiter! Gespräch in Bewegung 2017

7 Apr.

Gespräche in Bewegung. Saison 2017

Jeder Weg beginnt mit Losgehen, jedes Kennenlernen mit Gespräch. Viele Themen und Anliegen lassen sich gehend und in der Natur besser angehen und klären als in geschlossenen Räumen. Deshalb lädt der FLüchtlingsfreundeskreis Jena-Zentrum und der WeltRaum Jena zum gemeinsamen Spazierengehen und Wandern ein. Bei Unterwegssein und Picknick, lockerer Unterhaltung und teilweiser Moderation werden sich Einwohner und Hinzugezogene, Jung und Alt, Sutdenten und Angestellte – kurz: Menschen allen Alters und Berufes, aller Herkunft und aller Hintergründe kennen lernen.

Nehmen Sie bestes Essen und Trinken mit sich! Denn ein vorzügliches Mahl unter freiem Himmel macht glücklich. Denken Sie auch an Besteck und eine Tasse, und eine Sitzunterlage oder Decke.

Und lassen Sie sich vom Weg überraschen! Denn Unwissenheit und das Eingehen von Wagnissen gehört zum Leben dazu. Sich auf Unbekanntes einlassen und es meistern erhöht unsere seelische Fitness und festigt unser soziales Können. Im letzten Jahr haben wir es immer gesehen: die glücklichen Gesichter, wenn wir draußen unterwegs waren.

Termine    09.04.  /  23.04.  /  07.05.  /  21.05.  /  03.06.
immer 14 Uhr am WeltRaum (Unterm Markt 13, 07743 Jena  /  ehemaliger EineWeltLaden)

Viele ideelle Förderer und Partner unterstützen das kommunikative Draußensein mit ihrem Wissen:

Heimatbund Thüringen e. V.,
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung,
Abantu Kulturlabor Jena,
Deutscher Alpenverein e. V. Sektion Jena,
GeoDome Jena,
Bürgerstiftung Jena,
Kontaktkreis Migration der katholischen Kirchgemeinde St. Baptist Jena,
Akademisches Auslandamt der Ernst-Abbe-Hochschule Jena,
Demokratischer Jugendring e. V. Jena

Ein Gespräch in Bewegung und im Naturraum unterscheidet sich zu der sitzenden oder stehenden Gesprächsführung in geschlossenen künstlichen Räumen. Beim ersteren führen die unwillkürlich und als ästhetisch wahrgenommenen Ablenkungen des Naturraumes zu anderen Gesprächsverläufen, einer veränderten Neuaufnahme von Perspektiven, einem ausgedehnteren, entzerrteren und ausgeglicheneren Durchdenken der gehörten Gesprächsinhalte und der artgerechten Beanspruchung der Physis und Psyche.

Jedes Gespräch im Naturraum wird andauernd durch emotional angenehm empfundene äußere Umstände unterbrochen und aufgelockert. Pro Minute nimmt jeder Teilnehmer Dutzende, manchmal nur augenblickshafte, angenehm wirkende Naturphänomene wahr, und dieses positive emotionale Stadium der Teilnehmer wird durchgehend auf einem höheren Level gehalten. Das Wechselspiel aus Ablenkung und Heranführung an das Gesprächsthema und die anderen Personen, die willkürlichen und unwillkürlichen kommuniktiven Pausen führen zu erhöhtem Assoziationsvermögen und Verarbeitungszeiträumen. Durch die zeitliche Streckung der Fokussierung auf die Gesprächsinhalte wird die Kommunikation gewaltärmer und entspannt. Verstärkt wird dies zusätzlich durch die Gehbewegung. Pausen im Gesprächsfaden und physische Abstände in der Körperhaltung zwischen Redenden entstehen zufällig und können nach Belieben angepasst werden. Wie oben erwähnt sind die physischen und psychischen Prozesse des im Naturraum Gehenden positiv aufeinander abgestimmt, Kreislauf und körpereigene Systeme arbeiten in passenden artgerechten Rhythmen. Die mittels projektiver Identifizierung aufgebauten Spiegelungen des Gefühls in der Außenwelt erfahren durch die unwillkürliche Entspannung in Fokus und Kraftaufwand eine angenehm empfundene Dämpfung und forcieren den Effekt des oft so genannten Fundes eines inneren Friedens.

Es entsteht eine höhere Empathiefähigkeit: durch den Wechsel von Enge und Ausblick, Licht und Schatten, Erschöpfung und Erholung. Eigene emotionale Anspannungen durch biographische Erlebnisse und Gesprächsinhalte werden durch die erwähnte Entzerrung der Fokussierung, das ästhetische Gefühl, die Dämpfung emotionaler Spitzen und die körperliche Bewegung besser ausgehalten, aufgefangen und abgebaut.

So wird deutlich, dass der Mensch über Metaphern des Bewegens deshalb so gut beschrieben werden, weil er ein Bewegter ist, ein ‘homo viator’: ein ständig bewegter, fast ständig unterwegs Seiender, ein Eigen- und Fremdbewegter, ein Zielgebundener.