Drohende Schließung Wölkstraße

4 Okt

In einem TLZ-Artikel vom 30.9. werden Überlegungen zum Umzug der Gemeinschaftsunterkunft Emil-Wölk-Straße in die fast fertig gestellte Theobald-Renner-Straße vorgestellt. Die Stadtverwaltung denkt über eine mögliche Nachnutzung als Hostel nach.
Der Freundeskreis Lobeda hat eine Unterschriftenaktion gegen diese Überlegungen gestartet. Die Emil-Wölk-Straße ist ein gelungenes Beispiel für Integration, viele Ehrenamtliche unterstützen die engagierten Mitarbeiter des Fachdienstes Soziales vor Ort.

Die Unterschriftenlisten liegen im Lobedaer Stadtteilbüro (Karl-Marx-Allee 28) und im Weltraum (ab Dienstag, ca. 17Uhr)  und auch in der Emil-Wölk-Str. aus.

Link zum Onlineartikel (leider mit „Paywall“): http://jena.otz.de/web/lokal/politik/detail/-/specific/Streit-um-Weiternutzung-Fluechtlingsheim-in-Jena-soll-Hostel-werden-2131354937

 

Flüchtlingsfreundeskreis fordert: Kein Umzug der Gemeinschaftsunterkunft Emil-Wölk-Straße in die Theobald-Renner-Straße!!!

In der Tagespresse vom 30.9.2016 werden Pläne der Stadtverwaltung vorgestellt, die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Emil-Wölk-Straße in die fast fertig gestellte Theobald-Renner-Straße umziehen zu lassen. Überkapazitäten aufgrund stark gesunkener Flüchtlingszahlen und notwendige Überlegungen zur Nachnutzung von leerstehende Heimen – im konkreten Fall als Hostel durch die ÜAG gGmbH– sind die Begründung dafür.

Wir teilen die Auffassung des Neulobedaer Ortsteilbürgermeister Volker Blumentritt, dass die Emil-Wölk-Straße ein gutes Beispiel für gelungene Integration ist. Das Team des Fachdienstes Soziales hat mit seiner Arbeit maßgeblich dazu beigetragen. Ehrenamtliche unterstützen die Arbeit vor Ort, z.B. durch Kinderbetreuung, Sprachkurse, Teestunden, Begleitung durch Patenschaften sowie zahlreiche nachbarschaftliche Kontakte und Begegnungen im Stadtteil. Geflüchtete Menschen sind im Stadtteil gut angekommen und – bis auf leider auch vorkommende Ablehnung – willkommen.

Der geplante Umzug der Einrichtung in die abgelegene Theobald-Renner-Straße ist dagegen kein gutes Signal der Willkommenskultur an Geflüchtete in unserer Stadt!

In der Wölkstraße leben viele Familien mit Kindern, darunter auch Schwangere und gesundheitlich Beeinträchtigte. Der Standort in der Saaleaue ist völlig abgelegen, die Wege zu Schulen und Kitas, zu Einkaufseinrichtungen oder Ärzten sind länger. Spielmöglichkeiten sind erheblich eingeschränkt. Wir protestieren gegen das „Abschieben“ von Geflüchteten an unattraktive Randlagen der Stadt. Wirtschaftliche Gründe dürfen bei der Beurteilung der zu erhaltenden Standorte nicht die Hauptrolle spielen. Eine weltoffene und tolerante Stadt Jena sollte andere Willkommenssignale senden.

Update vom 10.10.2016

Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter und Bürgermeister Frank Schenker erklärten in einer gemeinsamen Beratung der Stadtverwaltungsspitze mit Ortsteilbürgermeister Volker Blumentritt den Erhalt der Gemeinschaftsunterkunft Emil-Wölk-Straße in Lobeda-West. Die gute Ausstattung und Betreuung sowie das Engagement vieler Ehrenamtlicher gaben u.a. den Ausschlag, auf einen ursprünglich erwogenen Umzug zu verzichten. Die Initiatoren der Unterschriftenaktion des Freundeskreises Lobeda sind froh über diese Entscheidung und bedanken sich für die Unterstützung.
Das nächste Treffen des Lobedaer Freundeskreises findet übrigens am morgigen 11.10. um 17.00 Uhr im Stadtteilbüro statt.

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